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1 Kommentar 28.2.05 17:13, kommentieren

Texte

IKEA - Bericht eines betroffenen Mannes

IKEA - schon der Name ist Scheisse. Meine Freundin meint "Lass uns mal wieder zusammen zu IKEA fahren. Ist doch schoen, da mal wieder durchzubummeln.". Bummeln...von wegen. Also ob Frauen durch den Schuppen BUMMELN wuerden. Sie KAUFEN sich durch. Jede von den Weibern reisst riesige Loecher in die Regale.

Natuerlich am Samstag. Warum eignetlich ausgerechnet immer samstags? Kann mir jemand sagen, warum Frauen immer Samstags zu IKEA fahren wollen? Oder sonntags? Oder freitags? Ich will nicht zu IKEA. An keinem Tag. Aber widersprich da mal einer. Der Samstag waere voellig im Eimer. Und der Sonntag. Und der SEX auch. Also was tun? Klar - was sie alle tun: laecheln, innerlich sterben und mitgehen.

Anfahrt: der Stau reicht zurueck bis auf die Autobahn. Von der Ausfahrt bis auf den IKEA-Parkplatz brauchen wir 35 Min. Ich bin innerlich schon am kochen, lasse mir aber nichts anmerken. Auch nicht, als sich ein Fahrer ruecksichtslos vorne in die Parkluecke draengt. ("Komm her du Arsch. Los steig aus. Dir hau ich ein paar aufs Maul. Depp, bloeder. Los trau dich. Wichser". Nun, er hat sich nicht getraut, meine Freundin nagt an der Unterlippe und mir geht es kurzzeitig wieder etwas besser. Obwohl ich ihm schon gern...

Gott sei dank hat sie sich diesmal nicht gleich im ersten Stock ausgetobt. Da hatte sie letztes Mal schon mit einer neuen Couch gedroht: "Die hier ist schoen. Und sooo praktisch. Den Bezug kann man abziehen und waschen." Ich schau aufs Preisschild. ("!!!! Wir werden das Ding hoechstens dreimal waschen, also kostet jedesmal Waschen 1.500.-? Wieso nehmen wir nicht ne billige, schmeissen sie weg, sobald sie nen Fleck hat, und kaufen ne Neue?"

- "Prima. Du hast recht. Sehr schoen. Sitzt sich auch bequem. Und gar nicht teuer. Ein echtes Schnaeppchen. Willst Du sie gleich haben?" Zum Glueck wollte sie das Ding dann doch nicht kaufen.

Der Haertetest kommt im Untergeschoss: Millionen Dinge, die Frau unbedingt braucht. Jeder Artikel 3978mal vorhanden. Natuerlich will sie nur ein paar Kleinigkeiten, die sie unbedingt schon immer gebraucht hat und nirgendwo anders bekommt und schon gar nicht zu deeem Preis. Ein Nudelklammereisen... oder so. Jedenfalls total praktisch und garnicht teuer. Und die tollen Glaeser mit Stiel. Gibt's nur im 10-er Pack. Aber was soll's - die alten hatte sie ja schon seit dem letzen IKEA-Besuch vor...was? acht Wochen??

Und die sind ja auch schon nicht mehr schoen. Und die praktischen Fressbretter (Brotzeitteller aus Holz - scheisseschwer!) und diese Kerzenhalter und "sieh doch mal die kleine Leuchte da" und die praktischen zusammenfaltbaren "kannmanimmerbrauchen"-Teile und ... Sie stopft mir das Zeug in diese tolle gelbe Umhaengetasche, mit der ich aussehe wie ein geistig zurueckgebliebener Pfadfinder. Oder Stadtreinigung. Offenbar muss jeder Mann sone Tasche umhaben, obwohl sie fast alle auch noch einen Wagen schieben muessen. Aber Frauen scheinen die Dinger schick zu finden.

Sie scheint jetzt alles zu haben... dann die Schlange an der Kasse. Sie haben jetzt Schilder aufgestellt: "Ab hier 25 Minuten Wartezeit zur Kasse" - eins kann ich von hier aus schon fast lesen. Sie kann nur muehsam verhindern, dass ich die Tasche ins naechste Regal schmeisse. Ich fasse es nicht: die Frauen schwatzen miteinander oder wuseln nochmal davon, um schnell noch ein paar "haettenwirdochfastvergessen" zu holen, waehrend die Maenner wie die Deppen mit ihren Wagen in der Schlange stehen. Das naechste Schild: "Noch 15 Min. bis zur Kasse" veranlasst mich, mit der Tasche Schwung zu holen, aber sie meint, sie koenne die Kasse schon sehen... Na gut.

Wuselwuselwusel und schon habe ich noch einen tollen Uebertopf fur den Dingsbums-Busch im Esszimmer (Das Drecksding werde ich mit Domestos giessen!) in der Tasche. Das naechste Schild kann man schon nicht mehr lesen: das muss wohl jemand umgekickt haben - lauter Fussabdrucke drauf. Aber jetzt kann ich die Kasse auch sehen. ENDLICH sind wir dran. Nach fuenf Minuten Vorzeigen von Driver's License, Organspenderausweis, ATM-, Visiten-, Kredit- und Krankenversicherungskarte glaubt mir die bloede Kuh an der Kasse ("Mein Freund hat das nicht so gemeint." endlich, dass ich mit dem Nachnamen und nicht dem Vornamen unterschrieben habe. ("Ich habs noch ganz anders gemeint..." Der Tritt gegen den Tresen hat aber auch keinen Schaden hinterlassen.

Abfahrt: auf dem Parkplatz beginnt das Drama von vorn: wie komme ich von IKEA wieder weg?? Die Ausfahrt ist verstopft. Der Parkplatz ist verstopft, der Weg bis zur Ampel ist verstopft, die Autobahnauffahrt ist verstopft. 35 Min fuer 1,4km. Aber den bloeden Deppen von der Herfahrt habe ich diesmal in eine Parkluecke abgedraengt, wo er vermutlich ne Stunde gebraucht hat, um da rueckwaerts wieder rauszukommen.

Ein schoenes naechstes Wochende (vielleicht bei IKEA...)

 

 
Fragen, die wir uns schon immer gestellt haben...

- Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?

- Was passiert, nachdem man sich 2 Mal halbtot gelacht hat?

- Wie heißen die harten Plastikenden an den Schnürsenkeln?

- Wenn schwimmen schlank macht, was machen Blauwale falsch?

- Wenn Superkleber wirklich überall klebt, warum dann nicht auf der Innenseite der Tube?

- Bekommt man Geld zurück, wenn das Taxi rückwärts fährt?

- Warum muss man für den Besuch beim Hellseher einen Termin haben?

- Warum ist einsilbig dreisilbig?

- Warum ist "Abkürzung" so ein langes Wort?


- Welche Farbe bekommen Schlümpfe wenn man sie würgt?

- Bekommen Brandopfer preisnachlass im Krematorium?

- Maisöl ist aus Mais, Olivenöl ist aus Oliven, woraus besteht Babyöl?

- Wenn man einer Katze ein mit Marmelade beschmiertes Tostbroat auf den Rücken bindet und die Katze ausm 2.Stock wirft, landet sie dann auch mit der Marmeladenseit nach unten?

 

 

Wie ein Mann duscht - Wie eine Frau duscht

Duschen Sie wie ein Mann

1. Setzen Sie sich auf Ihr Bett, ziehen Sie Ihre Kleider aus und werfen Sie sie auf einen Haufen.

2. Gehen Sie splitterfasernackt ins Badezimmer. Wenn Sie unterwegs Ihrer Frau oder Ihrer Freundin begegnen, vergessen Sie nicht, Ihr Becken auf einladende Art zu bewegen, um Ihr zu zeigen, dass Sie stolz auf Ihr Teil sind.

3. Betrachten Sie Ihre umwerfende männliche Silhouette im Badezimmerspiegel und ziehen Sie Ihren Bauch ein, um zu sehen, ob Sie Bauchmuskeln haben (natürlich haben Sie keine). Bewundern Sie die Größe Ihres Penis, kratzen Sie Ihre Genitalien, und riechen Sie ein letztes Mal Ihren herben, männlichen Duft, indem Sie an Ihren Fingern schnüffeln.

4. Gehen Sie unter die Dusche.

5. Suchen Sie keinen Waschlappen (Sie benutzen nämlich keinen).

6. Waschen Sie Ihr Gesicht.

7. Waschen Sie sich unter den Achseln.

8. Furzen Sie lautstark und freuen Sie sich über die tolle Resonanz in Ihrer Duschkabine.

9. Waschen Sie sich Ihre Genitalien und die Partie drumherum.

10. Waschen Sie sich den Hintern, nicht ohne dabei Schamhaare von Ihrem Hinterteil an der Seife zu lassen.

11. Nehmen Sie irgendein Shampoo und waschen Sie sich die Haare.

12. Öffnen Sie den Duschvorhang und betrachten Sie sich mit dem Schaum im Haar im Spiegel. Ziehen Sie anschließend den Duschvorhang wieder zu.

13. Vergessen Sie nicht, zu pinkeln.

14. Spülen Sie sich ab.

15. Steigen Sie aus der Dusche. Übersehen Sie das Wasser, das sich auf dem Badezimmerboden ausgebreitet hat, weil Sie den Duschvorhang nicht ganz zugezogen haben.

16. Trocknen Sie sich flüchtig ab. Natürlich lassen Sie den nassen Duschvorhang auf den Boden VOR statt IN der Dusche abtropfen.

17. Betrachten Sie sich im Spiegel. Spannen Sie Ihre Muskeln an, ziehen Sie Ihren Bauch ein und bewundern Sie die enorme Größe Ihres Penis etc.

18. Spülen Sie die Duschwanne nicht aus.

19. Lassen Sie die Heizung und das Licht im Badezimmer an.

20. Gehen Sie, bekleidet nur mit einem Handtuch um die Hüften, zu Ihrem Kleiderhaufen in Ihrem Zimmer zurück. Wenn Sie unterwegs Ihrer Frau oder Ihrer Freundin begegnen, öffnen Sie das Handtuch, zeigen Sie Ihr Ihren Penis mit einem eleganten Schwung der Hüften, kombiniert mit einem "Wow, hast Du DAS Ding gesehen?".

21. Werfen Sie das nasse Handtuch auf das Bett. Ziehen Sie innerhalb von 2 Minuten Ihre alten Kleider wieder an.



Duschen Sie wie eine Frau

1. Ziehen Sie Ihre Kleider aus und legen Sie sie in den entsprechenden Wäschekorb (weiße Wäsche / Buntwäsche)

2. Gehen Sie, angezogen mit Ihrem Bademantel, ins Badezimmer. Wenn Sie unterwegs Ihren Mann oder Freund treffen, dann bedecken Sie jeden Zentimeter Ihres Körpers mit einer nervösen Geste und rennen so schnell wie möglich ins Badezimmer.

3. Betrachten Sie sich im Spiegel und strecken Sie Ihren Bauch heraus, so weit Sie können. Beklagen Sie sich dann darüber, dass Sie einen Bauch bekommen haben.

4. Gehen Sie unter die Dusche. Suchen Sie den Waschlappen für das Gesicht, den Waschlappen für die Arme, den Waschlappen für die Beine, den Dusch-Schwamm und den Bimsstein.

5. Waschen Sie Ihre Haare ein erstes Mal mit dem Shampoo 4 in 1 mit 83 Vitaminen.

6. Waschen Sie Ihre Haare erneut ein erstes Mal mit dem Shampoo 4 in 1 mit 83 Vitaminen.

7. Benutzen Sie die Haarspülung auf der Basis von Jojoba-öl und getrockneten Biber-Genitalien. Lassen Sie die Haarspülung 15 Minuten einwirken.

8. Schrubben Sie Ihr Gesicht mit einer Maske aus Eiern, gemischt mit Aprikosenmus. Schrubben Sie 10 Minuten, bis Sie fühlen, dass Ihre Haut gereizt ist.

9. Waschen Sie die Haarspülung aus. Dieser Vorgang muss mindestens 15 Minuten dauern, damit Sie auch sicher sein können, das Ihre Haare gut ausgespült sind.

10. Rasieren Sie sich unter den Achseln und Ihre Beine. Denken Sie darüber nach, sich auch die Bikinizone zu rasieren, entschließen sich aber doch dazu, dies mit Wachs zu tun.

11. Schreien Sie so laut es geht, wenn Ihr Mann oder Ihr Freund die Klospülung betätigt oder sonst irgendwo Wasser laufen lässt.

12. Drehen Sie den Wasserhahn der Dusche zu.

13. Trocknen Sie alle nassen Oberflächen der Dusche mit einem Schwamm. Sprühen Sie ein Anti-Schimmel Spray auf die Dichtungen der Duschwanne.

14. Steigen Sie aus der Dusche. Trocknen Sie sich mit einem Badetuch ab, das 2x so groß ist wie Deutschland. Packen Sie Ihre Haare in ein zweites Handtuch.

15. Untersuchen jede Stelle Ihres Körpers auf der Suche nach Pickeln. Drücken Sie diese mit Ihren Fingernägeln oder gegebenenfalls mit Hilfe einer Pinzette aus.

16. Gehen Sie in Ihr Zimmer zurück, dick eingepackt in Ihren Bademantel und mit dem Handtuch auf dem Kopf.

17. Wenn Sie unterwegs Ihren Mann oder Freund treffen, dann bedecken Sie jeden Zentimeter Ihres Körpers mit einer nervösen Geste, und rennen Sie in Ihr Zimmer, wo Sie sich einschliessen und 1 1/2 Stunden damit verbringen, sich frische Kleider anzuziehen.

 

 

 

28.2.05 17:13, kommentieren

Nachrichten vom Tage

 vom 9.2.2007

:: TV-Dokumentation

Scharfschützen hatten Bin Laden im Visier


 

Zweimal hatten französische Elitesoldaten den Al-Kaida-Chef

Osama bin Laden im Fadenkreuz. Sie töteten den meistgesuchten

Terroristen der Welt nicht - weil verantwortliche US-Offiziere

den Schießbefehl nicht erteilten. Das wird zumindest in einer TV-Dokumentation behauptet,

die im französischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Foto-Serie http://onnachrichten.t-online.de/c/06/95/25/695250,si=0.html
Foto-Serie 11 Sep http://onnachrichten.t-online.de/c/89/46/21/8946212,si=0.html

vom 20.1.2007

 Nach "Kyrill" kommt jetzt "Lancelot"

 

 
Die stürmischen Zeiten sind noch längst nicht vorbei: Nach dem Abzug des Orkantiefs "Kyrill" bringt auch das neue Atlantiktief "Lancelot" am Samstag Regen und Sturm nach Deutschland. Für die Küstenregion wurde eine Sturmvorwarnung herausgegeben. Die Temperaturen bewegen sich vielerorts auf Frühlingsniveau. Die Aufräumungsarbeiten nach "Kyrill" gehen weiter - und ab Dienstag ist Winter angesagt.

vom 5.1.2007

Ashley muss für immer Kind bleiben

Die Eltern eines geistig behinderten Mädchens entscheiden, dass ihre Tochter ihr Leben lang Kind bleiben soll: mit Hilfe von Hormontherapie und Operationen. Der Fall erregt die USA - und verbietet vorschnelle Urteile.

Ashley war erst sechs, als sie aufhören sollte zu wachsen. Ihre Eltern wollten das so. Ärzte spritzten dem Kind Östrogen in hohen Dosen. Das weibliche Geschlechtshormon stoppte das Knochenwachstum, gleichzeitig raste Ashley durch die Pubertät. Ihre Brüste haben die Ärzte ihr vorsorglich entfernt, ebenso die Gebärmutter. Die Eltern nennen den medizinischen Einzelfall "Ashley Treatment" - die Ashley-Behandlung.

 

Patientin Ashley: Die Eltern zeigen in ihrem Weblog Fotos des Mädchens mit dem Geist eines drei Monate alten Babys
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Patientin Ashley: Die Eltern zeigen in ihrem Weblog Fotos des Mädchens mit dem Geist eines drei Monate alten Babys

Bis zum Herbst war diese nur Fachkreisen bekannt, durch Veröffentlichungen im Fachjournal "Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine". Die Patientin wurde darin anonym beschrieben. Erst seit der Jahreswende ist der Vorname des Mädchens bekannt. Ihre Eltern haben im Internet Stellung bezogen - und in einem offenen Brief erklärt, warum sie glauben, dass es für ihre Tochter am besten ist, ihr Leben lang den Körper eines Kindes zu behalten. Der bewegende Eintrag im Weblog "The Ashley Treatment" ist auch ein Befreiungsschlag: Nach ersten Medienberichten in den USA hatten Kritiker der anonymen Familie vorgeworfen, "Gott zu spielen", eine "Entscheidung aus Bequemlichkeit" gefällt und damit gar "Eugenik" betrieben zu haben.

 

Ashley ist seit ihrer Geburt geistig und körperlich schwer behindert. "Mit mittlerweile neun Jahren kann Ashley ihren Kopf nicht aufrecht halten, sich umdrehen oder ihre Schlafposition verändern, ein Spielzeug festhalten oder sich alleine aufsetzen, von gehen oder sprechen ganz zu schweigen", beschreiben ihre Eltern. Das Mädchen reagiert zwar auf seine Umgebung, aber Ärzte gehen davon aus, dass es sich in Zukunft geistig nicht weiter entwickeln wird.

"Wir konnten kein Pflegepersonal finden"

Als Ashley Anfang 2004 sechs Jahre und sieben Monate alt war, suchten die Eltern Rat in der Kinderklinik der University of Washington in Seattle: Schon damals wuchsen Ashley seit fast einem Jahr Schamhaare, seit drei Monaten sprossen ihre Brüste. Besonders sorgten die Eltern sich aber um die Größe ihres Kindes: In dem vorausgegangenen halben Jahr war Ashley im Vergleich zu anderen Kindern überproportional schnell gewachsen. Die Familie befürchtete, dass sie sich nicht mehr richtig um ihr Kind kümmern könnte, wenn es zu groß - und zu schwer - werden würde. Denn bis dahin wurde Ashley zuhause - umgeben von zwei gesunden jüngeren Geschwistern - gepflegt, nur von ihren Eltern und zwei Großmüttern.

 

"Wir konnten kein qualifiziertes, vertrauenswürdiges und bezahlbares Pflegepersonal finden", schreiben die Eltern. Und die Eltern wollten ihre Ashley nicht "an fremde Hände" verlieren, wie die Hormonspezialisten Daniel Gunther und Douglas Diekema das Paar in ihrer Fachveröffentlichung vom Oktober 2006 zitieren. Das war das entscheidende Argument für die Experten. Es zieht sich als Rechtfertigung durch ihren gesamten Fachaufsatz.

 

Die beiden Ärzte stimmten einer Therapie zu, die in dieser Form als Experiment gelten muss: Gunther und Diekema wollten der Sechsjährigen hoch dosiertes Östrogen geben, um ihr Wachstum auf dem Niveau eines Kindes zu halten - und gleichzeitig einige Unannehmlichkeiten erwachsener Körper von ihrem fernhalten. Schon im Mai 2004 stimmte die Ethikkommission des Seattle Children's Hospital dem Vorhaben zu. Ashley sollte nicht größer als 1,30 Meter und nicht schwerer als 34 Kilogramm werden.

Gebärmutter und Brustgewebe entfernt

Doch bevor das Mädchen über zweieinhalb Jahre hinweg alle drei Tage ein neues Hormonpflaster aufgeklebt bekam, wurde das Kind operiert. Im Juli 2004 entfernten Ärzte seine Gebärmutter. So wollten sie verhindern, dass es einen Tumor im Bereich des Gebärmutterhalses entwickeln könnte - ein typisches Risiko einer Östrogentherapie. Auch die bis dahin nur knospende Brust entfernten die Chirurgen auf beiden Seiten, denn sie befürchteten, dass das Kind besonders große Brüste und sogar Krebs entwickeln könnte.

"Die Brustamputation sowie die Entfernung der Gebärmutter sind medizinisch und ethisch nicht zu rechtfertigende, bleibende Veränderungen an den Geschlechtsmerkmalen eines Mädchens", sagt Dirk Schnabel, Oberarzt der pädiatrischen Endokrinologie von der Berliner Charité zu SPIEGEL ONLINE.

Die Seattler Ärzte Gunther und Diekema hingegen stimmten den Eingriffen zu und begannen unmittelbar danach mit der Hormontherapie. Im Herbst endete sie - erfolgreich und ohne Nebenwirkungen, wie Ärzte und Eltern versichern. Für Experten in den USA ist es ein ethischer und moralischer Modellfall. In der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift der "American Academy of Pediatrics" fragen die Autoren des Leitartikels: "Ist es angemessen, das Wachstum schwer entwicklungsgeschädigter Kinder zu hemmen, um ihre Pflege zu vereinfachen?"

Das ist ein Video zu diesem Thema: http://www.spiegel.de/videoplayer/0,6298,15287,00.html

vom 3.1.2007

Adliger Teenager lag tot im Schlossbrunnen


Der seit Tagen in Niederbayern vermisste Felix von Quistorp aus Potsdam ist tot. Dies teilte die Polizei Landshut am Mittwoch mit. Taucher fanden den Jungen in einem Brunnen auf Schloss Weihenstephan bei Hohenthann. Der Tote lag auf dem Grund eines zehn bis 15 Meter tiefen Brunnens, in dem das Wasser zurzeit sechs Meter hoch steht. Der Fundort der Leiche wurde weiträumig abgesperrt. Noch ist unklar, ob es sich um einen Unfall oder ein Gewaltverbrechen handelt. Aufschluss über die näheren Todesumstände erhofften sich die Ermittler von der Obduktion der Leiche, die möglicherweise noch am Mittwoch stattfinden sollte.

Foto-Serie http://onnachrichten.t-online.de/c/10/04/47/90/10044790,si=0.html

Weihnachtsbesuch beim Großvater
Der Schüler des evangelischen Gymnasiums Hermannswerder in Potsdam war seit dem 28. Dezember vermisst worden. Der aus einer adligen Kaufmannsfamilie stammende Felix hatte mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder die Weihnachtsfeiertage im Schloss seiner Großeltern verbracht und wollte am vergangenen Freitag mit seiner Mutter wieder nach Hause fahren.

"Das macht mich sehr betroffen"
Mit Bestürzung reagierte die Potsdamer Privatschule auf die Nachricht von seinem Tod. "Das macht mich sehr betroffen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Hoffbauer-Stiftung, Frank Hohn. Bis zuletzt habe er mit der Familie gehofft, gebangt und gebetet. Eine Tochtergesellschaft der Stiftung ist Träger des evangelischen Gymnasiums in Hermannswerder.

Nach Museumsbesuch verschwunden
Seit Donnerstag vergangener Woche fehlte von dem groß gewachsenen blonden Jugendlichen jede Spur. Am Morgen dieses Tages hatte Felix zusammen mit seinem Großvater ein Museum in Ingolstadt besucht und am Nachmittag das Schloss noch einmal verlassen.


 
 
Über 300 Menschen suchten nach Felix
Zur Suche nach dem Jungen hatte die Landshuter Kriminalpolizei eine mehr als 20 Beamte starke Sonderkommission gebildet. Allein am Neujahrswochenende hatten rund 300 Helfer von Polizei und Feuerwehr mit Spürhunden erfolglos nach Felix gesucht.

Viele offene Fragen
Am Dienstag waren auch noch zusätzlich Anwohner und Autofahrer befragt worden. Bislang gab es keine Hinweise auf eine Entführung oder ein anderes Verbrechen. Es habe auch keinen Streit in der Familie gegeben, so dass es auch keine Anhaltspunkte dafür gab, dass der Junge weggelaufen sein könnte, so ein Polizeisprecher.

"Kannibale" von Koblenz verurteilt


 
Der Fall des so genannten Kannibalen von Koblenz ist endgültig abgeschlossen: Der Angeklagte Thomas S. wird wegen seiner "schweren seelischen Abartigkeit" in der Psychiatrie untergebracht. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil.

Körperteile mit Reis und Rotwein im Backofen
Die obersten Richter wiesen damit die Revision des Angeklagten gegen ein gleichlautendes Urteil des Landgerichts Koblenz vom April 2006 zurück. Der damals 26-jährige Angeklagte soll seine Cousine erstickt oder erdrosselt haben. Danach ließ er die Leiche ausbluten und zerstückelte sie. Teile des Körpers, der Arme und Unterschenkel erhitzte er nach Angaben des Gerichts im Backofen seiner Wohnung und gab ihnen Reis und Rotwein zu. Ob der Angeklagte tatsächlich Menschenfleisch verspeiste, konnte bis zuletzt nicht geklärt werden. Allerdings ließen sich einige Leichenteile nicht auffinden.

Für die Allgemeinheit gefährlich
Sachverständigen zufolge leidet der Angeklagte an einer schweren seelischen Abartigkeit. Bei der Tat war Thomas S. ihrer Überzeugung nach aber voll schuldfähig. Weil eine hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass er künftig gleichartige Taten begehe, sei er für die Allgemeinheit gefährlich, urteilten die Sachverständigen.


 
 
BGH stellt Verfahrensfehler fest
In einem ersten Prozess hatte das Landgericht Koblenz Thomas S. im Dezember 2003 vom Vorwurf des Mordes freigesprochen, weil es nicht ausschließen konnte, dass er zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war. Die Richter ordneten seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Dieses Urteil hob der BGH im November 2004 wegen eines Verfahrensfehlers auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück.

Richtern sind die Hände gebunden
In einem zweiten Prozess befand dass Landgericht Koblenz im April 2006 den Angeklagten für schuldig; die Richter ordneten erneut an, Thomas S. in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Das Gericht konnte ihn aber nicht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilen. Grund dafür ist das so genannte Verschlechterungsverbot: Da nur der Angeklagte gegen das erste Urteil des Landgerichts Koblenz Revision eingelegt hatte, darf das zweite Urteil nicht schlechter ausfallen.

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