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Nachrichten vom Tage

 vom 9.2.2007

:: TV-Dokumentation

Scharfschützen hatten Bin Laden im Visier


 

Zweimal hatten französische Elitesoldaten den Al-Kaida-Chef

Osama bin Laden im Fadenkreuz. Sie töteten den meistgesuchten

Terroristen der Welt nicht - weil verantwortliche US-Offiziere

den Schießbefehl nicht erteilten. Das wird zumindest in einer TV-Dokumentation behauptet,

die im französischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Foto-Serie http://onnachrichten.t-online.de/c/06/95/25/695250,si=0.html
Foto-Serie 11 Sep http://onnachrichten.t-online.de/c/89/46/21/8946212,si=0.html

vom 20.1.2007

 Nach "Kyrill" kommt jetzt "Lancelot"

 

 
Die stürmischen Zeiten sind noch längst nicht vorbei: Nach dem Abzug des Orkantiefs "Kyrill" bringt auch das neue Atlantiktief "Lancelot" am Samstag Regen und Sturm nach Deutschland. Für die Küstenregion wurde eine Sturmvorwarnung herausgegeben. Die Temperaturen bewegen sich vielerorts auf Frühlingsniveau. Die Aufräumungsarbeiten nach "Kyrill" gehen weiter - und ab Dienstag ist Winter angesagt.

vom 5.1.2007

Ashley muss für immer Kind bleiben

Die Eltern eines geistig behinderten Mädchens entscheiden, dass ihre Tochter ihr Leben lang Kind bleiben soll: mit Hilfe von Hormontherapie und Operationen. Der Fall erregt die USA - und verbietet vorschnelle Urteile.

Ashley war erst sechs, als sie aufhören sollte zu wachsen. Ihre Eltern wollten das so. Ärzte spritzten dem Kind Östrogen in hohen Dosen. Das weibliche Geschlechtshormon stoppte das Knochenwachstum, gleichzeitig raste Ashley durch die Pubertät. Ihre Brüste haben die Ärzte ihr vorsorglich entfernt, ebenso die Gebärmutter. Die Eltern nennen den medizinischen Einzelfall "Ashley Treatment" - die Ashley-Behandlung.

 

Patientin Ashley: Die Eltern zeigen in ihrem Weblog Fotos des Mädchens mit dem Geist eines drei Monate alten Babys
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Patientin Ashley: Die Eltern zeigen in ihrem Weblog Fotos des Mädchens mit dem Geist eines drei Monate alten Babys

Bis zum Herbst war diese nur Fachkreisen bekannt, durch Veröffentlichungen im Fachjournal "Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine". Die Patientin wurde darin anonym beschrieben. Erst seit der Jahreswende ist der Vorname des Mädchens bekannt. Ihre Eltern haben im Internet Stellung bezogen - und in einem offenen Brief erklärt, warum sie glauben, dass es für ihre Tochter am besten ist, ihr Leben lang den Körper eines Kindes zu behalten. Der bewegende Eintrag im Weblog "The Ashley Treatment" ist auch ein Befreiungsschlag: Nach ersten Medienberichten in den USA hatten Kritiker der anonymen Familie vorgeworfen, "Gott zu spielen", eine "Entscheidung aus Bequemlichkeit" gefällt und damit gar "Eugenik" betrieben zu haben.

 

Ashley ist seit ihrer Geburt geistig und körperlich schwer behindert. "Mit mittlerweile neun Jahren kann Ashley ihren Kopf nicht aufrecht halten, sich umdrehen oder ihre Schlafposition verändern, ein Spielzeug festhalten oder sich alleine aufsetzen, von gehen oder sprechen ganz zu schweigen", beschreiben ihre Eltern. Das Mädchen reagiert zwar auf seine Umgebung, aber Ärzte gehen davon aus, dass es sich in Zukunft geistig nicht weiter entwickeln wird.

"Wir konnten kein Pflegepersonal finden"

Als Ashley Anfang 2004 sechs Jahre und sieben Monate alt war, suchten die Eltern Rat in der Kinderklinik der University of Washington in Seattle: Schon damals wuchsen Ashley seit fast einem Jahr Schamhaare, seit drei Monaten sprossen ihre Brüste. Besonders sorgten die Eltern sich aber um die Größe ihres Kindes: In dem vorausgegangenen halben Jahr war Ashley im Vergleich zu anderen Kindern überproportional schnell gewachsen. Die Familie befürchtete, dass sie sich nicht mehr richtig um ihr Kind kümmern könnte, wenn es zu groß - und zu schwer - werden würde. Denn bis dahin wurde Ashley zuhause - umgeben von zwei gesunden jüngeren Geschwistern - gepflegt, nur von ihren Eltern und zwei Großmüttern.

 

"Wir konnten kein qualifiziertes, vertrauenswürdiges und bezahlbares Pflegepersonal finden", schreiben die Eltern. Und die Eltern wollten ihre Ashley nicht "an fremde Hände" verlieren, wie die Hormonspezialisten Daniel Gunther und Douglas Diekema das Paar in ihrer Fachveröffentlichung vom Oktober 2006 zitieren. Das war das entscheidende Argument für die Experten. Es zieht sich als Rechtfertigung durch ihren gesamten Fachaufsatz.

 

Die beiden Ärzte stimmten einer Therapie zu, die in dieser Form als Experiment gelten muss: Gunther und Diekema wollten der Sechsjährigen hoch dosiertes Östrogen geben, um ihr Wachstum auf dem Niveau eines Kindes zu halten - und gleichzeitig einige Unannehmlichkeiten erwachsener Körper von ihrem fernhalten. Schon im Mai 2004 stimmte die Ethikkommission des Seattle Children's Hospital dem Vorhaben zu. Ashley sollte nicht größer als 1,30 Meter und nicht schwerer als 34 Kilogramm werden.

Gebärmutter und Brustgewebe entfernt

Doch bevor das Mädchen über zweieinhalb Jahre hinweg alle drei Tage ein neues Hormonpflaster aufgeklebt bekam, wurde das Kind operiert. Im Juli 2004 entfernten Ärzte seine Gebärmutter. So wollten sie verhindern, dass es einen Tumor im Bereich des Gebärmutterhalses entwickeln könnte - ein typisches Risiko einer Östrogentherapie. Auch die bis dahin nur knospende Brust entfernten die Chirurgen auf beiden Seiten, denn sie befürchteten, dass das Kind besonders große Brüste und sogar Krebs entwickeln könnte.

"Die Brustamputation sowie die Entfernung der Gebärmutter sind medizinisch und ethisch nicht zu rechtfertigende, bleibende Veränderungen an den Geschlechtsmerkmalen eines Mädchens", sagt Dirk Schnabel, Oberarzt der pädiatrischen Endokrinologie von der Berliner Charité zu SPIEGEL ONLINE.

Die Seattler Ärzte Gunther und Diekema hingegen stimmten den Eingriffen zu und begannen unmittelbar danach mit der Hormontherapie. Im Herbst endete sie - erfolgreich und ohne Nebenwirkungen, wie Ärzte und Eltern versichern. Für Experten in den USA ist es ein ethischer und moralischer Modellfall. In der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift der "American Academy of Pediatrics" fragen die Autoren des Leitartikels: "Ist es angemessen, das Wachstum schwer entwicklungsgeschädigter Kinder zu hemmen, um ihre Pflege zu vereinfachen?"

Das ist ein Video zu diesem Thema: http://www.spiegel.de/videoplayer/0,6298,15287,00.html

vom 3.1.2007

Adliger Teenager lag tot im Schlossbrunnen


Der seit Tagen in Niederbayern vermisste Felix von Quistorp aus Potsdam ist tot. Dies teilte die Polizei Landshut am Mittwoch mit. Taucher fanden den Jungen in einem Brunnen auf Schloss Weihenstephan bei Hohenthann. Der Tote lag auf dem Grund eines zehn bis 15 Meter tiefen Brunnens, in dem das Wasser zurzeit sechs Meter hoch steht. Der Fundort der Leiche wurde weiträumig abgesperrt. Noch ist unklar, ob es sich um einen Unfall oder ein Gewaltverbrechen handelt. Aufschluss über die näheren Todesumstände erhofften sich die Ermittler von der Obduktion der Leiche, die möglicherweise noch am Mittwoch stattfinden sollte.

Foto-Serie http://onnachrichten.t-online.de/c/10/04/47/90/10044790,si=0.html

Weihnachtsbesuch beim Großvater
Der Schüler des evangelischen Gymnasiums Hermannswerder in Potsdam war seit dem 28. Dezember vermisst worden. Der aus einer adligen Kaufmannsfamilie stammende Felix hatte mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder die Weihnachtsfeiertage im Schloss seiner Großeltern verbracht und wollte am vergangenen Freitag mit seiner Mutter wieder nach Hause fahren.

"Das macht mich sehr betroffen"
Mit Bestürzung reagierte die Potsdamer Privatschule auf die Nachricht von seinem Tod. "Das macht mich sehr betroffen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Hoffbauer-Stiftung, Frank Hohn. Bis zuletzt habe er mit der Familie gehofft, gebangt und gebetet. Eine Tochtergesellschaft der Stiftung ist Träger des evangelischen Gymnasiums in Hermannswerder.

Nach Museumsbesuch verschwunden
Seit Donnerstag vergangener Woche fehlte von dem groß gewachsenen blonden Jugendlichen jede Spur. Am Morgen dieses Tages hatte Felix zusammen mit seinem Großvater ein Museum in Ingolstadt besucht und am Nachmittag das Schloss noch einmal verlassen.


 
 
Über 300 Menschen suchten nach Felix
Zur Suche nach dem Jungen hatte die Landshuter Kriminalpolizei eine mehr als 20 Beamte starke Sonderkommission gebildet. Allein am Neujahrswochenende hatten rund 300 Helfer von Polizei und Feuerwehr mit Spürhunden erfolglos nach Felix gesucht.

Viele offene Fragen
Am Dienstag waren auch noch zusätzlich Anwohner und Autofahrer befragt worden. Bislang gab es keine Hinweise auf eine Entführung oder ein anderes Verbrechen. Es habe auch keinen Streit in der Familie gegeben, so dass es auch keine Anhaltspunkte dafür gab, dass der Junge weggelaufen sein könnte, so ein Polizeisprecher.

"Kannibale" von Koblenz verurteilt


 
Der Fall des so genannten Kannibalen von Koblenz ist endgültig abgeschlossen: Der Angeklagte Thomas S. wird wegen seiner "schweren seelischen Abartigkeit" in der Psychiatrie untergebracht. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil.

Körperteile mit Reis und Rotwein im Backofen
Die obersten Richter wiesen damit die Revision des Angeklagten gegen ein gleichlautendes Urteil des Landgerichts Koblenz vom April 2006 zurück. Der damals 26-jährige Angeklagte soll seine Cousine erstickt oder erdrosselt haben. Danach ließ er die Leiche ausbluten und zerstückelte sie. Teile des Körpers, der Arme und Unterschenkel erhitzte er nach Angaben des Gerichts im Backofen seiner Wohnung und gab ihnen Reis und Rotwein zu. Ob der Angeklagte tatsächlich Menschenfleisch verspeiste, konnte bis zuletzt nicht geklärt werden. Allerdings ließen sich einige Leichenteile nicht auffinden.

Für die Allgemeinheit gefährlich
Sachverständigen zufolge leidet der Angeklagte an einer schweren seelischen Abartigkeit. Bei der Tat war Thomas S. ihrer Überzeugung nach aber voll schuldfähig. Weil eine hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass er künftig gleichartige Taten begehe, sei er für die Allgemeinheit gefährlich, urteilten die Sachverständigen.


 
 
BGH stellt Verfahrensfehler fest
In einem ersten Prozess hatte das Landgericht Koblenz Thomas S. im Dezember 2003 vom Vorwurf des Mordes freigesprochen, weil es nicht ausschließen konnte, dass er zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war. Die Richter ordneten seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Dieses Urteil hob der BGH im November 2004 wegen eines Verfahrensfehlers auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück.

Richtern sind die Hände gebunden
In einem zweiten Prozess befand dass Landgericht Koblenz im April 2006 den Angeklagten für schuldig; die Richter ordneten erneut an, Thomas S. in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Das Gericht konnte ihn aber nicht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilen. Grund dafür ist das so genannte Verschlechterungsverbot: Da nur der Angeklagte gegen das erste Urteil des Landgerichts Koblenz Revision eingelegt hatte, darf das zweite Urteil nicht schlechter ausfallen.

1 Kommentar 28.2.05 17:13, kommentieren